Die Fotogruppe © Frank Korn

Die Region Lofoten in Nordnorwegen ist ein bevorzugtes Reiseziel für Fotografen. Sie umfasst 80 Inseln, von denen die größten über Brücken oder Tunnel vom Festland aus erreichbar sind. Die Inseln liegen ca. 100 bis 300 km nördlich des Polarkreises. Wir, d.h. Manuela, Frank, Steven und Joachim, besuchten die Inselgruppe in der zweiten Septemberhälfte 2018. Als Ausgangspunkt für die Fotoexkursionen wählten wir eine Unterkunft in Leknes auf der Insel Vestvågøya. Wir flogen von Berlin/Schönefeld über Oslo nach Narvik/Harstad. Die letzten 300 km legten wir im Mietwagen zurück.

Unsere Tour Planung richtete sich auch nach dem Wettervorhersagen des Vortages. Gleich auf der Hinfahrt wurden wir mit stürmischen Wind und Regen begrüßt. Auch die nachfolgenden Tage waren wettermäßig "durchwachsen". Es gab fast regenfreie Tage mit kurzen sonnigen Abschnitten und "komplette" Regentage. Da Wetterkapriolen fotografisch spannend sein können, hat uns das nicht besonders gestört.

Die nachfolgende Karte zeigt die besuchten Fotolokationen. Gleiche Farbe bedeutet am gleichen Tag besucht. Die hellgrau gekennezeichneten Orte wurden mehrfach besucht.

 

Am Ende der Ausführungen ist eine kleine filmische Zusammenfassung unserer Tourerlebnisse zu finden.

1. Tag Eggum, Unstad Beach, Haukland Beach, Uttakleiv Beach

Zunächst erkundeten wir die nördliche Umgebung von Leknes. Am Morgen fuhren wir bei wechselhaftem Wetter zu dem alten Fischerdorf Eggum. Dann besuchten wir die Strände Unstad Beach, Haukland Beach und Uttakleiv Beach. Am letzteren wurden wir mit einem fotografisch beachtenswerten Sonnenuntergang belohnt.

Eggum  © Joachim Lehmann

Unstead Beach © Joachim Lehmann

Haukland Beach © Manuela Korn

Uttakleiv Beach © Steven Helmis

2. Tag Hamnøy, Å i Lofoten, Sørvågen, Reine

Am zweiten Tag ging es zum südlichen Ende der E10 nach Å i Lofoten. Vorher machten wir in Hamnøy, einer allseits bekannten Fotolokation, halt. Das Wetter war allerdings nicht so günstig. Wir waren dort auch nicht die einzigen Fotografen. Überhaupt bestand der Tourismus zu dieser Zeit hauptsächlich aus Fotogruppen, vor allem Asiaten und Deutsche. Auf der Rückfahrt von Å i Lofoten besuchten wir Sørvågen und dann Reine, eine weitere sehr beliebte Fotolokation. Neben der Aussicht auf den Ort und die angrenzenden Berge beeindruckte uns die Technik der ebenfalls dort gerade fotografierenden asiatischen Fotogruppe. Wir hatten Glück und die Sonne schien, bis sie hinter den Bergen verschwand und Regen einsetzte.

Hamnøy © Joachim Lehmann

Å i Lofoten © Steven Helmis

Reine © Frank Korn

3. Tag Leknes, Buksnes, Ballstad

Am dritten Tag regnete es Bindfäden und bis Mittag getrauten wir uns nicht aus dem Haus. Um an die frische Luft zu kommen, fuhren wir zum Hafen, der allerdings fotografisch nicht besonders prickelnd war. Weiter ging es zur Kirche nach Buksnes und nach Ballstad. Ein Ende des Regens war nicht in Sicht.

 

Buksnes Kirche © Frank Korn

4. Tag Nusfjord, Myrland Beach, Vikten

Es stellte sich wieder "normales" Wetter ein, vergleichbar mit dem späten Novemberwetter in Deutschland. Die Berge waren inzwischen leicht "gezuckert". Wir fuhren nach Nusfjord, einem weiteren malerischen Fischerdorf, das auch für Touristen ein magischer Anziehungspunkt ist. Wir bestiegen dort einen kleinen Hügel, um auf das Dorf hinab zu fotografieren. Anschließend inspizierten wir den Ort und besuchten den Souvenirladen mit Cafe. Von Nusfjord aus ging es zum Myrland Beach auf der anderen Seite der Insel Flakstadøy. Hier gelangen uns zwischen den Regenschauern besonders eindrucksvolle Küstenfotos im Sonnenlicht. Zum Abschluss fuhren wir nach Vikten, einen Ort, den wir besonders günstig zum Fotografieren des Sonnenuntergangs hielten. Allerdings verdarben uns am Horizont auftauchende Wolkenbänder das fotografische Vergnügen. In Vikten befindet sich eine Glashütte, in der künstlerische Glasprodukte hergestellt werden. Allerdings war Sie zum Besuchszeitpunkt geschlossen. Wobei man sagen muss, dass zu dieser Zeit touristische Attraktionen meistens nur eingeschränkt oder gar nicht mehr geöffnet haben. Das Vikingermuseum nahe Leknes ist da eine Ausnahme.

 

Nusfjord © Joachim Lehmann

 

unterwegs Richtung Leknes © Manuela Korn

 

auf dem Weg zum Myrland Beach © Joachim Lehmann

 

Myrland Beach © Joachim Lehmann

 

Vikten Beach Sunset © Manuala Korn

5. Tag Flakstad, Fredvang, Nesland

Auch am fünften Tag besuchten wir den südwestlichen Bereich unterhalb von Leknes. Zuerst fotografieren wir die Kirche von Flakstad und besuchten den Skagsanden Beach, an dem sich täglich, unabhängig vom Wetter Surfer tummelten, was uns besonders beeindruckte. Selbst eine Surfschule scheint sich dort zu lohnen. Dann besuchten wir die Gegend von Fredfang, zu der eine fotografisch interessante Brückenfolge führte. Als letzten Fotopunkt des Tages wählten wir Nesland aus, der sich auf der gegenüberliegenden Seite der Insel Flakstadøy befindet. Abseits der E10 ging es über eine Schotterpiste zu dem abgelegenen Ort, der wiederum Ausgangspunkt für eine Wanderung nach Nusfjord ist.

 

Skagsanden Beach © Joachim Lehmann

 

Brücken nach Fredvang © Steven Helmis

 

Blick von Nesland © Joachim Lehmann

6. Tag Gimsøya, Valberg

Nachdem wir in Richtung Spitze der Inselkette relativ viel besucht hatten, wollten wir uns mal den nördlichen Teil etwas näher ansehen. Ein interessanter Fotopunkt dort ist die Kirche von Gimsøysand auf der Insel Gimsøya, die wir ausgiebig fotografierten. Wir besuchten dann auch den Ort Gimsøy und den lokalen Golfplatz, fotografierten den Hafen und die dortige Küstenlandschaft. Im Cafe der dortigen Reitschule begegneten wir einem jungen Deutschen, der sich dort seinen Lebensunterhalt verdiente und uns versicherte, dass es hier im Sommer auch mal über 30 Grad warm war. Für Nachmittag war wieder viel Regen angesagt, was dann auch eintraf. Auf der Rückfahrt auf landschaftlich schöner Strecke machten wir einige Fotostopps.

 

Gimsøy Kirche © Steven Helmis

 

Gimsøysand Kirche © Frank Korn

 

Gimsøy Beach © Frank Korn

 

auf der Rückfahrt von Gimsøy © Frank Korn

7. Tag Reine, Hamnøya, Kvalvika Beach (Wanderung)

Für die nächsten zwei Tage sollte es ausnahmsweise (fast) nicht regnen. Deswegen besuchten wir nochmal die fotografischen Highlights Reine und Hamnøya. Am Nachmittag wanderten wir zur nur per pedes zu erreichenden Kvalvika Bucht. Für Norweger sicherlich eine sehr einfache Wanderung, für uns schon eine kleine Herausforderung. Der Weg lässt sich gut finden. Aber es ist eine Matschpartie und man hat zu tun, auf den glatten Steinen nicht auszurutschen. In der Bucht wird auch gern im Zelt übernachtet und wir trafen einige Norweger, die dies vorhatten. Vor einiger Zeit hatten zwei Norweger in der Bucht überwintert, wozu es auch einen Film gibt. Die damals gebaute Hütte existiert noch, was uns besonders gefreut hat.

 

Reine Fjord © Steven Helmis

 

Hamnøy Blick Richtung Norden © Manuela Korn

 

Kvalvika Beach © Manuela Korn

8. Tag Smeden i Sund, Nesland (Wanderung), Vikten

Auch dieser Tag sollte wettermäßig ein guter werden. Wir besuchten den fotografisch wenig bekannten Ort Smeden i Sund im Süden der Insel. Dann fuhren wir nochmals nach Nesland, um die Wanderung Richtung Nusfjord in Angriff zu nehmen. Die anspruchsvolle Wanderung führt 5,5 km entlang der Küste. Der Weg ist gut gekennzeichnet. Man benötigt ca. 3 Stunden. Da wir uns fotografisch betätigten und kein Rücktransfer zur Verfügung stand, kehrten wir auf halbem Wege um. In einem flachen sumpfigen Gebiet mit vielen Nebenwegen verloren wir uns beim Fotografieren aus den Augen und hatten Schwierigkeiten uns wiederzufinden. Dank der kleinen Hügel, die wir bestiegen gewannen wir wieder die Übersicht. Eine Wandergruppe aus der Schweiz war schlauer. Sie hatten Trillerpfeifen dabei. Abends ging es dann nochmal nach Vikten. Auch diesmal war uns der klassische Sonnenuntergang nicht gegönnt. Mit etwas Geschick gelangen dennoch spektakuläre Fotos.

 

auf dem Weg nach Smeden i Sund © Steven Helmis

 

Smeden i Sund ©Joachim Lehmann

 

auf der Nesland Wanderung © Joachim Lehmann

 

Ramberg port © Steven Helmis

 

Vikten Beach Sunset © Steven Helmis

Der letzte Tag unseres Aufenthaltes war wieder einer dieser Regentage, an denen es nur vor dem Kamin gemütlich ist. Deswegen entschlossen wir uns bereits zum Flughafen Harstad/Narvik zu fahren, um uns die Rückfahrt am frühen Morgen zu ersparen. Das Flughafenhotel war voll auf Personalminimierung getrimmt. Selbst beim Frühstück bekamen wir keinen Mitarbeiter zu Gesicht. Am nächsten Morgen flogen wir dann über Oslo nach Berlin/Schönefeld zurück und fuhren zufrieden mit dem Zug nach Erfurt.

 Zum Abschluss eine kleine filmische Zusammenfassung der Tour: